Wer meine HP länger kennt, weiß, dass ich hier anderes stehen hatte als jetzt.
Nach längerer Überlegung habe ich mich entschlossen, diese Offenheit, die ich an dieser Stelle bisher gezeigt habe, so nicht mehr möchte.
Wie ich durch Rückmeldungen anderer Menschen erfahren habe, war es einerseits für andere Menschen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, eine Art Hilfe oder einfach nur die Gewissheit, dass es noch andere Menschen "draußen" gibt, die auch damit zu kämpfen haben.
Andererseits mache ich mich aber auch "angreifbar" - momentan bin ich aber einfach nicht in der Lage, Angriffe auszuhalten oder mich ihnen zu stellen. Vielleicht werde ich irgendwann den alten Text wieder einstellen, im Moment geht es nicht.
Eine kurze Zusammenfassung der letzten 3 Jahre (Februar 2011).
Eigentlich hatte ich meine Essstörungen recht gut im Griff. Wenn allerdings Situationen entstehen, die meine Existenz betreffen, sieht es so aus, dass ich hier diese Essstörungen nicht in den Griff kriege.
Aus gesundheitlichen Gründen, die u. a. auch durch das jahrelange Übergewicht mittlerweile eingetreten sind (Knie-Gelenkprobleme) sowie der damit zusammenhängenden Depressionen bin ich jetzt mit Mitte 50 Rentnerin mit entsprechend "hoher" Rente.
Schon während der letzten 3 Jahre, als ich noch quasi im Arbeitsleben stand, hatte ich häufig mit depressiven Phasen zu kämpfen. Bei einer der letzten Reha-Maßnahmen erfuhr ich in einem Vortrag über chronisch Erkrankte, dass Depressionen hier häufiger auftreten als bei gesunden Menschen.
Bedingt durch die chronische(n) Erkrankung(en) entstehen Situationen, in denen der/die Kranke nicht mehr so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, wie ein gesunder Mensch - sei es durch körperliche Beeinträchtigung, Schmerzen oder sonstige Hindernisse. In diesem Vortrag wurde mir damals schon deutlich, dass auch ich mich auf diesem Pfad befinde. Nach der Reha konnte ich hier aber vorerst das Ruder herumreißen. Leider hielt das nicht lange an, weil die nächste Erkrankung mich wieder um Längen zurückgeworfen hat.
Seitdem ich diese Knieprobleme habe, bin ich schon sehr eingeschränkt im täglichen Leben - und vieles fiel mir nicht mehr leicht - auch Verabredungen musste ich häufig absagen, wenn es mir nicht gut ging. Nach 2 schweren Bandscheibenvorfällen mit erheblichen Ausfallerscheinungen im linken Arm wurde das noch verschlimmert. Nun konnte ich noch weniger bewältigen als vorher.
Auch der Freundeskreis war/ist überfordert. Bei mir wird sich so schnell nichts ändern und wenn dann von mir nur immer zu hören ist "wie soll es mir schon gehen - wie immer - unverändert schlecht, starke Schmerzen usw." gibt es ja auch kaum Gesprächsstoff. Auch mir ist es unangenehm, wenn ich nichts Neues berichten kann. So sind in den letzten Jahren meine sozialen Kontakte massiv in den Keller gegangen.
Hatte ich noch vor 3 Jahren einen großen Kreis von Leuten, mit denen ich meine Tage verbringen konnte (Internet), so ist hiervon so gut wie nichts übrig geblieben. Mein eigenes Katzenforum habe ich aus gesundheitlichen Gründen und den daraus resultierenden Folgen (arbeitslos/Rente) abgegeben. Alle Kosten, die für mich nicht lebensnotwendig sind, musste ich runterfahren.
Meine Motivation, mich in irgendwelchen Internetforen neu einzubringen, ist auch nicht mehr so wie früher. Irgendwie ist die Luft raus für Internetforen. Das hatte aber auch zur Folge, dass ich nicht mehr täglich präsent bin. Hier greift dann die Aussage "aus den Augen - aus dem Sinn" recht schnell, und so sind auch diese vielen Kontakte nach relativ kurzer Zeit im Sande verlaufen.
Auch das trägt mit dazu bei, dass ich diese Phase nicht in den Griff kriege. Die Umgewöhnung ins Rentnerleben - keine täglichen Aufgaben mehr zu haben bringt irgendwann Langeweile, Frustration und eintöniges Einerlei ins Leben.
Der einzige Lichtblick ist zur Zeit meine Katze Bonny. Allerdings darf ich mir hier auch nichts vormachen - unser Mädel ist fast 17 1/2 Jahre und unsere gemeinsame Zeit wird nicht endlos sein. Wie es sein wird, wenn sie mal nicht mehr da ist, da mag ich noch gar nicht dran denken.
Ich hoffe jetzt sehr, dass bald wieder Frühling ist und ich auch wieder raus auf den Balkon kann. Das hab ich schon immer gerne gemacht, einfach draußen sitzen und den Tag genießen.
Und dann kommt auch bestimmt wieder mehr Lebensfreude auf, die mir dann auch mehr Mut gibt für die Operationen, die ich noch vor mir habe.